Nachdem uns mal wieder die Fischer aus ihren Jagdgründen unmissverständlich rausgedrängt haben, sind wir offensichtlich spät dran.
So abrupt fällt die Wassertiefe doch nicht, hier am Kontinentalshelf. Wir befinden uns nun seit über drei Stunden in diesem Gebiet. Was Wind gegen Strömung bedeutet, spüren wir jetzt und hoffen in zwei Stunden alles überstanden zu haben.
Wir haben mittlerweile vollstes Vertrauen in unser Boot. MiTA steckt doch einiges Weg und balanciert sich prima selbst aus. Auch wir haben jetzt verschiedene Positionen an Deck und unten gefunden, die z. B. den Toilettengang gut ermöglichen.
Der Tag: Immer wieder rollen einzelne Wellen von schräg hinten an, oder entstehen - warum auch immer - direkt am Heck. Dann wird MiTA hinten einseitig so stark angehoben, dass sie sich anschließend ziemlich auf die Seite legend die rund zwei bis drei Meter in das Wellental rutscht. Danach brauch sie eine Weile, bis sie sich mit dem anderen "normalen" Wellem wieder arrangiert hat und der Kurs wieder anliegt. Diese unberechenbaren Situationen schmeißen alles durcheinander: Die Segelstellung, den Kurs, den Kaffee und unsere Gehirne. Keiner mag lesen, Musik hören oder andere entspannende Sachen. Und Essen kochen möchte auch keiner. Gewöhnungsphase oder schon eine erste Vorentscheidung?
Auf jeden Fall haben uns zwei die letzten 37 Stunden ganz schön beansprucht.
Wer kann, legt sich immer wieder für ein paar Minuten zum Schlafen hin oder versorgt den Wachhabenden.
175 SM liegen gerade hinter uns, aber auch noch vor uns. Bergfeststimmung sieht aber irgendwie anders aus...





