...es war ein wertvoller Erfahrungsprozess
...für jedes Crewmitglied individuell
...raus aus der Wohlfühlphase durften alle
...es gab wunderschöne Passagen und Zeiten
...die Nordsee, der englische Kanal, die Kanalinseln
...und die erste Berührung mit dem Atlantischen Ozean, eine tolle Dünung
...Tag- und Nachtsegeln, glasklarer Sternenhimmel, Mondauf- und Sonnenuntergänge
...einmal flurozierende Wellen und immer wieder neugierige Delphine
...wirklich drin in den Naturschönheiten und -gewalten
...eine tolle sich ergänzende Crew auf allen Etappen
...einiges haben wir für uns in der Situation als grenzwertig empfunden
...die Launen der Biskaya - über Tage
...in der Abstandsbetrachtung war alles safe
...wir müssen noch MiTA´s wirkliche Fähigkeiten erkennen lernen und ihr Vertrauen schenken
...diese Lady kann mehr als wir
...und wir müssen die zeitweilig erlebten Ängste in für uns wertvolle Erfahrungen umwandeln
...die unerfahrene kleine Crew ab Brest hat die anspruchsvolle Biskaya erfolgreich durchquert
...Schiff, Segel, Autopilot, Motor und digitale Navigationstechnik haben perfekt funktioniert
...keine Schäden, nur ein paar blaue Flecken, etwas gequetschtes Muskelgewebe
...und ein bisschen natürlicher Segelverschleiß
...die Vorstellungen der Crew zum Hochseesegeln sind jetzt etwas fokusierter
...gekotzt hat keiner
...die mit und der ohne Medikamente
...um so schlimmer die Landkrankeit danach
...für den ohne Medikamente
...war aber nach 5 Tagen Landgang ausgestanden
...wir machen weiter
...der grobe Plan ist entwickelt
...zunächst Buchtenhüpfen bis Lissabon
...dann mit verstärkter Crew in die Marina Lanzarote
...ab 2018 Blauwassersegeln in der Inselwelt der Kanaren
...das ganze Jahr über Atlantik
...mit einer einfachen angepassten (Hochsee-) Strategie
...noch etwas an Langfahrt und Welle gewöhnen
...und erst einmal das dort sein genießen und nicht nur einfach durchfahren.
...Atlantik
Noch ist alles offen, in der detailierten Routen- und Crewstrategie.
Und wir freu(t)en uns über diese natürliche ungezwungene Begleitung.
Querung Rotterdam, Straße von Dover und andere Schiffsbegegnungen.
Einfach unkompliziert. Dank AIS.
Stimmungsbilder auf See. Balsam für die Seele.
Mond, Sonne und Sterne zeig(t)en uns Zeit und Weg.
Schlechtwetter - Nahrung - Überreste.
Stets gesicherte Bordarbeit und -auszeit.
Schöne Momente.
Ein neuer Tag beginnt früh und endet spät.
Tolle Hafenstädte.
Amsterdam, Cherbourg, St. Peter, Roscoff, Brest, La Coruna.
Einfach schöne und bewegende Momente.
In unserem Leben.
...Danke an die geschlossene Facebookbenutzergruppe Langfahrtsegeln, die uns mit der professionellen abschließenden Beurteilung richtig Mut zum Weiterfahren gemacht haben.
...Danke an das Sunny Sailing Team, die uns per Whatsapp-Gruppe intensivst begleitet haben und sich ihre Sorgen gemacht haben.
...ausdrücklichen Dank an Klaus, unserem Pilot bis Brest, mit dem wir diese erste Erfahrungen "MiTA auf dem Weg zum Atlantik" gemeinsam teilen durften.
...und ganz herzlichen Dank an Friedel, meinem (Segel-)Mentor, ohne den ich nicht dort wäre, wo wir heute sind.
Und ein paar Wahrnehmungen, die die Crew der Seezigeuner
http://www.seezigeuner.de/131.html
viel besser beschrieben hat, als ich das könnte. Aber so war es auch bei uns:
Zitat Anfang:
Kreuzseen ertragen
Es ist schon so ein Kreuz mit den
Kreuzseen. Da brauchst du schon eine Menge Contenance, um das
auszuhalten. Denn das ganze ist wie chinesische Wasserfolter. Es hört
und hört einfach nicht auf und zieht Dir mit dieser gnadenlosen
ruhigen, aber nicht vorhersagbaren Regelmäßigkeit den letzten Nerv.
Wie soll man das ganze beschreiben?
Fangen wir mal mit dem "Normalzustand" an. LA GITANA liegt
leicht auf dem Backbordbug auf Vorwindkurs. Die Windsee kommt von
hinten angerollt und hebt erst langsam das Heck, dann das ganze
Schiff, um anschließend das Heck und dann das ganze Schiff wieder
sanft abzusetzen. Ergebnis ist eine leichte, angenehme Bewegung um
die Schiffsquerachse. Herrlich! Bis die Kreuzsee kommt.
Denn nun läuft eine alte Dünung von
irgendeinem Sch...Tiefdruck-Gebiet irgendwo im nördlichen Atlantik
heran. Aus Nordrichtung, d.h. ungefähr im Winkel von 60° zur
Windsee und genau rechtwinklig zu unserer Schiffslängsachse. Diese
Dünung ist gar nicht hoch. Man sieht sie kaum. Die erste Welle tippt
LA GITANA sanft an und läßt sie 10° nach Backbord krängen und
dann, nachdem sie unter uns durchgelaufen ist, 10° nach Steuerbord.
Dann kommt die nächste Welle. Da LA GITANA inzwischen ein wenig
Schwung hat, legt uns die Welle 15 bis 20° nach Backbord, dann nach
Steuerbord. Und dann kommt die dritte Welle. Sie steilt sich
gemeinsam mit der Windsee richtig auf! LA GITANA kriegt eine volle
Breitseite und legt sich 35° auf beide Seiten!! Alles was nicht
niet- und nagelfest ist, einschließlich der Crew, schießt nun in
einer ballistischen Flugbahn in hohem Bogen durchs Schiff. Dann ist
kurz Ruhe, bevor es wieder von vorne losgeht.
Der Zyklus wiederholt sich so alle
dreißig Sekunden. Also zweimal in der Minute! Einhundertzwanzig Mal
in der Stunde!! 2.880 Mal am Tag!!! 20.160 Mal seit wir von den
Kapverden gestartet sind!!!! AAARRRRGGGGG!!!!!!
Zwischendurch dachten wir ja schon,
dass wir zu doof zum Segeln sind. Aber da Alfred von der Verena und
auch die Crew der Morgi vom gleichen Schicksal berichten, liegt es
wohl doch nicht nur an uns. Aber auch diese Prüfung werden wir
irgendwie überleben.
Der Schiffshypochonder
Segeln, denkt man gemeinhin, ist doch
das lautlose Gleiten übers Wasser mit Hilfe des Windes. Denkste!
Lautlos ist hier gar nichts. Die Wellen gurgeln, glucksen, rauschen
und schlagen immer wieder mit furchtbarem Getöse gegen den Rumpf.
Der Wind heult in den Wanten, in der Reling und wo sonst noch.
Das Schlimmste sind aber die Geräusche,
die LA GITANA entwickelt. Es sind nicht viele. Aber jeden Tag andere.
Und wie ein Hypochonder jede kleinste Regung seines Körpers sofort
mit einer Krankheit in Verbindung bringt, so assoziiert Volker jedes
neue Geräusch mit einem technischen Problem von LA GITANA.
Schiffshypochonder eben.
Da! Da war es doch gerade wieder.
Dieses Knacken! Immer wenn wir uns bei ca. 20 kn Wind nach Backbord
überlegen. Wo kommt das denn her? Knack! Da! Michaela, hörst du das
auch? Nein?! Anscheinend kommt es vom vorderen Durchgang. Mal
hingehen und das Ohr an das Schott legen, ob etwas im Mast die
Ursache ist, der ja genau auf diesem Schott steht. Und schon klebt
Volkers Ohr am Schott. Und was hört er? Natürlich nichts. Hhmm,
kann dann ja wohl nicht so schlimm sein. Aber kaum sitzt er wieder
auf der Sitzbank - knack! Wieder aufgesprungen, Ursprung des
Geräusches suchen, wieder nichts gefunden. Denn jedesmal, wenn man
meint, man habe den Ursprung eingegrenzt, verschwindet das Geräusch.
Wie bei einem echten Hypochonder eben. Oder gibt es Hypochonder, die
tatsächlich schon an einer eingebildeten Krankheit gestorben sind?
Volker ist mit der täglichen
Geräusch-Schatzsuche jedenfalls gut beschäftigt. Denn LA GITANA
überlegt sich jeden Tag neue Geräusche, die sie von sich gibt. Für
einen Sound-Designer vom Film, wäre das hier das wahre Paradies!
Bisher hat sich keines der Geräusche mit irgendeinem technischen
Problem in Verbindung bringen lassen und verschwindet in der Regel
spätestens nach 2 Tagen wieder. Damit könnten wir ja entspannt und
mit Großmut über die Geräuschkulisse hinweg sehen. Allein Volker
kann sich hier nicht der Entspannung hingeben.
Knirsch! Da! Da war doch schon wieder
ein Geräusch. Und schont geht die Suche wieder von vorne los...
Stimmen hören
Wir werden, wie soll ich's ausdrücken,
langsam ein wenig seltsam, glaube ich. Die Isolation auf dem Atlantik
scheint so langsam unser Gehirn ein wenig aufzuweichen. Oder hört
ihr zuhause etwa auch immer wieder Stimmen, obwohl ganz klar ist,
dass hier niemand ist und auch nicht sein kann. Ja! Dann sind wir
aber beruhigt.
Wir hören nämlich regelmäßig irgend
jemanden leise sprechen oder ein Baby leise weinen. Leider verstehen
wir nie, was die Leute alles sagen. Und wenn wir uns auf die Suche
nach der Herkunft der Stimmen machen, finden wir auch nichts. Aber
das beste ist: Michaela hat inzwischen einen eingebauten iPod und
hört nachts vor dem Einschlafen Jazz-Musik!! Hier ist aber definitiv
keine Musik!!!
So müssen die Geschichten vom
Klabautermann entstanden sein. Denn was unser von allen äußeren
Reizen befreiter Geist uns als Stimmen oder Jazz-Musik vorgaukelt ist
natürlich nichts anderes als das Geräusch des Windes in unserem
Rigg. Aber anscheinend hat das Gehirn nach so langer Zeit auf See das
Bedürfnis, mal wieder alte Muster zu erkennen und versucht
dementsprechend chaotische Geräusche in Wörter und Satzfetzen
umzudeuten. Dann hören wir mal weiter zu, vielleicht lernen wir ja
noch was neues...
Zitat Ende.
