Sonntag, 30. Juni 2019

Viel Zeit zum DENKEN gehabt...

Skippers Entscheidungen:  MiTA wird "citizen scientist"

Wenn man da draußen viel Zeit hat, alles funktioniert, man sich nicht ablenken lässt, dann werden unendliche viele Gedanken erkannt, sortiert und neu geknüpft. Meine Ergebnisse:

MiTA wird für eins, zwei, drei Jahre in diesem "Ganzjahressegelarchipel" bleiben. Die Mannschaft ist zu schwach, um über den großen Teich zu segeln. Dabei wird das ursprüngliche Ziel - die Karibik - mit zunehmender Piraterie, wütender Hurrikans
und dem zunehmenden Algenteppich -  auch deutlich unspannender. Und die Logistik würde bei unserer Reiseform auch nicht einfacher und erträglicher.

Nicht erst heute leben wir in einer daten- und informationsgetriebenen Welt.
Allerdings werden diese Daten- und Informationsströme sehr unterschiedlich ge- oder benutzt, oder sogar ausgenutzt. Da gibt es diejenigen, die mit unseren Daten viel Geld verdienen. Oder diejenigen, die mit unseren Daten soziopolitische Systeme gestalten.
Eine dritte Variante könnte diese sein:
Laien sammeln Daten und Informationen, die wissenschaftlich aufgearbeitet werden und dann geteilt werden. Punkt.

Open Source ist in der IT-Technik ein Beispiel, wie viele gemeinsam weiterkommen können. Gemäß der asiatischen Strategie: Wenn 1000 Leute jeder einen Schritt vorankommt, ist das besser, als wenn nur einer 1000 Schritte voranschreitet.  

Ich durfte ein Stück Natur erlernen und erleben. Das hat mir tiefsten Respekt entlockt.
Jetzt möchte ich ein wenig zurückgeben. Ich bin auf zwei Organisationen gestossen, die ich zukünftig unterstützen möchte:

RedPROMAR - Observer Network of the Marine Enviroment of the Canary Islands.
Das ist eine mit EU-Mitteln unterstützte und von der Regierung der Kanarischen Inseln geförderte Daten- und Informationsplattform, die maritimes Leben im dortigen Archipel beobachtet und dokumentiert. Ich finde das eine hervorragende, nicht kommerzielle Lösung, die vielen helfen kann.

http://www.redpromar.com/



Marine Debris Tracker - An Open Data Citizen Science Movement
Wir alle reden über Plastikmüll im Meer. Startups verdienen sich gerade goldenen Nasen mit ein paar Ideen und Skizzen, die Medienberichte überschlagen sich mit Horrormeldungen und in Szene gesetzten Bildern.
Wir haben auch jetzt bei unseren rund 800 Seemeilen "nur" einen Plastikkanister, eine Plastiktüte und eine Plastikflasche gesehen. Letztere im Hafen. Die habe ich rausgefischt.
Ich möchte meinen Beitrag für mehr Transparenz leisten. Für große Plastikteile. Beim Mikroplastik kann ich nur das Bewusstsein aller schärfen und die filternde Abwassertechnologie eines Unternehmens hier in Südwestfalen unterstützen.
http://marinedebris.engr.uga.edu/



Aber was ist Citizen Science?
Fast schon abwägig wird dieser Form der intelligenten Zusammenarbeit in Deutschlands Politik als laienhafte Bürgerwissenschaft abgetan.  Da ist das U.S. Department of Commerce schon viel weiter: https://oceanservice.noaa.gov/citizen-science/